Seit über 20 Jahren wird der „moderne“ Gran Premio Nuvolari als Oldtimer Rallye ausgetragen. Still und heimlich hat sich diese Oldtimer Rallye seither zur schönen Schwester der Mille Miglia entwickelt.
Die herbstliche Toskana & Emilia Romagna wird alljährlich im Herbst zur Bühne für Fans des historischen Motorsports. Auch Nostalgic empfiehlt den Gran Premio Nuvolari als reizvolle Alternative zur Mille Miglia und bietet alljährlich eine Reise an, bei der Nostalgic-Gäste hautnah das Oldtimerrennen erleben.
Hier finden Sie Detailinformationen zu diesem Programm.
Einen Vorgeschmack auf dieses Oldtimer-Erlebnis geben die Bilder der letzten Reisen zum Gran Premio Nuvolari mit Nostalgic. Die Reiseteilnehmer haben den GPN dabei hautnah erlebt:
Tazio Nuvolari, italienische Rennfahrer-Legende mit Mythos-Charakter. Ohne ihn würde es den Gran Premio Nuvolari nicht geben. Wir erzählen Ihnen die unglaublichsten Ereignisse seiner heldenhaften Laufbahn.
In einem 2.000-Seelen-Dorf bei Mantua, in der italienischen Poebene, erblickt Tazio Giorgio Nuvolari am 16. November 1892 das Licht der Welt. Sein Onkel, ein Motorradhändler für Bianchi Motorräder, infiziert den Neffen mit dem „Rennvirus“. Beim italienischen Militär beginnt Nuvolari als Autofahrer.
Seine Karriere als ernstzunehmender Rennfahrer startet Tazio Nuvolari hingegen auf einem Zweirad. Auf Motorrädern von Norton, Indian und Garelli nimmt er erfolgreich an Motorradrennen teil, bevor das damals führende Rennteam von Bianchi auf ihn aufmerksam wird und den schnellen Mantuaner verpflichtet.
Beim Großen Preis von Monza für Motorräder verunglückt Tazio Nuvolari und bricht sich beide Beine. Der Unerschrockene lässt sich kurzerhand beide Beine schienen, auf dem Motorrad festbinden und beim Start von zwei Mechanikern stützen. Er gewinnt das Rennen mit zwei gebrochenen Beinen.
Dieser Husarenritt lässt die Rennsportwelt aufhorchen und ist das Fundament, auf dem der Mythos Nuvolari entsteht.
1927 gründet Nuvolari ein privates Automobil-Rennteam gemeinsam mit dem Motorradpiloten und späteren Widersacher Achille Varzi. Das Rennteam kauft zwei Bugatti und Nuvolari gewinnt wichtige Rennen aus dem Stand.
Achille Varzi, der aus einer vermögenden Kaufmannsfamilie stammt, erträgt es jedoch nicht, hinter Nuvolari Zweiter zu werden. Er verlässt das Rennteam und kauft sich das beste Material, das es zu der Zeit gibt: einen Alfa Romeo P2.
Damit kann er Nuvolari nur kurz ausstechen, denn das Alfa Romeo Rennteam holt Nuvolari an Bord. Varzi und Nuvolari werden zu erbitterten Rivalen und die Mille Miglia zur Bühne großartigen Motorsports.
Nuvolari fährt die Konkurrenz in Grund und Boden, verlässt Alfa Romeo aber im Streit mit dem damaligen Teamleiter Enzo Ferrari.
Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Maserati kehrt er 1935 zu Alfa Romeo zurück.
Es ist die große Zeit der überlegenen „Silberpfeile“ von Mercedes-Benz, denen Alfa Romeo nichts anderes entgegensetzen kann, als einen ebenso tollkühnen wie todesmutigen Rennfahrer – Tazio Nuvolari, den “fliegenden Mantuaner”.
Mit großem Getöse wird der Große Preis von Deutschland am Nürburgring inszeniert.
Geplanter Höhepunkt sollte der Dreifachtriumph der „Silberpfeile“ sein. Doch Nuvolari schlägt die übermächtige Konkurrenz im Alfa Romeo und erringt einen der bedeutendsten Rennsiege für Alfa Romeo, und gleichzeitig einen der wichtigsten und größten Siege seiner Karriere.
Anschließend verpflichtet Ferdinand Porsche Nuvolari, der in der aufstrebenden Auto Union für die Vier Ringe siegt.
Nuvolari lässt sich durch nichts und niemandem von der größten Leidenschaft seines Lebens, dem Rennfahren, abhalten. Starkes Asthma, möglicherweise eine Spätfolge davon, viele Jahre seines Lebens Abgasen ausgesetzt gewesen zu sein, zwingen den Sieger in die Knie.
Selbst der wiedergewonnene Freund Enzo Ferrari versucht, Nuvolari zu einem Rückzug aus dem Motorsport zu bewegen. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit gewinnt der über Fünfzigjährige weiterhin Autorennen.
Nuvolaris Wunsch, in seinen geliebten Rennwagen zu sterben, erfüllt sich nicht. Am 11. August 1953 erliegt einer der größten Rennfahrer aller Zeiten den Folgen eines Schlaganfalls.
Seinen letzten Weg begleiten 50.000 Menschen. Nuvolari war bereits zu Lebzeiten zur Legende geworden.
Sein Tod veranlasst die Veranstalter der Mille Miglia, deren Routenverlauf so zu ändern, dass Nuvolaris Geburtsstadt Mantua auf der Route liegt.
Zu seinen Ehren wird dieser Teilabschnitt der Mille Miglia als „Gran Premio Nuvolari“ ausgetragen.
Die große Zeit der Alfa Romeos war 1954 schon vorbei. Enzo Ferrari war mit seinen Sportwagen der große Dominator der Rennszene.
Beim GPN wurden seine Ferraris aber zuerst von dem großartigen Alberto Ascari auf einem Lancia 1954 und dann von Mercedes-Benz 1955 geschlagen. Zweimal konnten Ferraris den Sieg erringen.
Stirling Moss konnte 1955 die favorisierten Ferraris schlagen und den Sieg erringen auf dem Mercedes-Benz SLR. Bei seiner fabelhaften Rekordfahrt schaffte er eine auf Landstraßen unvorstellbare Durchschnittsgeschwindigkeit von 198,496 km/h.
Bei der letzten Ausgabe des GPN 1957 schafften die Ferraris einen Dreifach-Triumpf.
Aufgrund der tragischen Unfälle bei der Mille Miglia wurde 1957 zeitgleich auch der Gran Premio Nuvolari verboten. Nach nur viermaliger Austragung.
Beim Gran Premio Nuvolari fahren längst verschwundene Exoten-Sportwagenhersteller mit. Auf die folgenden Prachtexemplare können Sie einen Blick erhaschen:
SIATA: Italienischer Hersteller der Tuningteile für FIAT Sportwagen herstellte und von 1946 bis 1975 unter der eigenen Marke Sportwagen baute. 1975 musste die Produktion eingestellt werden. SIATA 1400 Gran Sport ist eines der wertvollsten Modelle von SIATA und wird ca. um die 200.000€ gehandelt.
Lagonda: Die britische Marke Lagonda startet bereits 1906 mit einer eigenen Produktion und wurde zwischen Kriegen ziemlich bekannt und erfolgreich im Rennsport. Kaufmännisch lief es nicht so gut. Lagonda wurde 1947 von Aston Martin übernommen. Der Name Lagonda wurde fortan nur mehr für ausgewählte Aston Martins als Zusatz verwendet.
Amilcar: 1921 startete der französische Hersteller seine Produktion in Frankreich. Der Launch des sportlichen CGGS, der in Italien, Deutschland und Österreich unter Lizenz gebaut und vertrieben wurde, war der Höhepunkt von Amilcar und zeitgleich der Start der Rennsportaktivitäten. Amilcar schaffte es trotz mehrmaligen Eigentümerwechsels nicht mehr als ein Modell auf den Markt zu bringen. Damit blieb man in einer wenig lukrativen Nische und schaffte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs keinen Neustart.
John Tojero: Wenig mehr als 30 Tojeros wurden gebaut, konnten sich bei Rennen kaum in Szene setzen und sind trotzdem Mythos. In den 50er Jahren wollte John Tojero nur für den persönlichen Bedarf einen eigenen Sportwagen bauen. Plötzlich tauchten Bekannte und Insider auf, die auch einen Sportwagen von Tojero haben wollten. Der in Protugal geborene Tojero wurde ein bekanntes Gesicht in der englischen Rennszene, sein größter Verdienst war aber die Entwicklung des Vorläufers der AC Cobra, der AC Ace.