Mille Miglia – ein Mythos lebt

Mille Miglia – ein Mythos lebt

  • Home
  • Mille Miglia – ein Mythos lebt

Die Mille Miglia zieht Jahr für Jahr Millionen von Menschen aus der ganzen Welt nach Italien. Auf dieser Seite finden Sie nützliche Informationen rund um Teilnahme und Streckenverlauf der beliebten Oldtimer Rallye.

 

 

Die Mille Miglia begeistert mit einer turbulenten Historie, die jeder Oldtimer Fan kennen sollte. Zwei fesselnde Geschichten erzählen wir weiter unten. Wussten Sie, dass ein Rennfahrer für seinen Erfolg bei der Mille Miglia zum Ritter geschlagen wurde? Oder wie es zum tragischen Ende der Mille Miglia in 1957 kam?

 


Direkt zu:  Teilnahme an der Mille Miglia  //  Streckenführung  //  Prominenz bei der Mille Miglia  //  Die Geburtsstunde von Ferrari  //  Die Rekordfahrt von 1955  //  Das tragische Ende 1957


 

TEIL I

Die heutige Mille Miglia

Seit ihrer Neuauflage in 1987 wird die „Mille Miglia storica“ als Oldtimer Rallye mit Sonderprüfungen, nach ihrem tragischen Ende in 1957, wieder jährlich ausgetragen.

Heute zählen dabei nicht die Geschwindigkeit und das Gewinnen. Sondern das Schaulaufen von einzigartigen Rennwagen auf einer der wichtigsten und schönsten Bühnen der Motorsport Geschichte. „La corsa piú bella del mondo“ – das schönste Rennen der Welt – findet alljährlich Mitte Mai statt. Es zieht Prominente genauso wie Autoverrückte aus aller Welt an.

Sehen und gesehen werden – die Mille Miglia heute.

Das Spektakel Mille Miglia gehört auf die Liste der Dinge, die man mindestens einmal im Leben erlebt haben muss.
Doch wie kann man an der Mille Miglia teilnehmen?

 

Teilnahme an der Mille Miglia: Das Bewerbungsverfahren

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist fast unmöglich bei der Mille Miglia als Rennteam mitzumachen.

Die Teilnahme-Plätze sind heiß begehrt.

Die Teilnahme-Plätze sind heiß begehrt.

Grundsätzlich kann sich zwar jeder bewerben. Allerdings entscheidet das Mille Miglia Komitee darüber, welche Oldtimer und Teams mitmachen dürfen. Es gibt natürlich objektive Kriterien für die Zulassung. Hat man diese erfüllt, ist man trotzdem noch lange nicht dabei.

  • Ca. 1.500 gültige Bewerbungen gibt es pro Jahr.
  • Nur knapp 400 Teams werden zugelassen.
  • Zieht man davon die fixen Plätze für die Rennteams der Sponsoren ab, bleiben ca. 250 freie Startplätze.

Wir verraten, wie man es dennoch zur Teilnahme schaffen kann!

 

Welche Oldtimer werden bei der Mille Miglia zugelassen?

An der Mille Miglia dürfen nur Fahrzeuge teilnehmen, deren Fahrzeugtypen bei der ‚originalen‘ Mille Miglia zwischen 1927 und 1957 teilgenommen haben. Die Listen mit den Fahrzeugtypen kann man beim Veranstalter www.millemiglia.it einsehen.

Verfügen Sie über ein Fahrzeug von der Liste, müssen Sie sich noch um einen FIA- oder FIVA Pass kümmern, der die Echtheit des Fahrzeugs dokumentiert.

Dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege.

Diese sollten Sie bis spätestens im Dezember des Vorjahres beim Veranstalter einreichen. Leider garantiert auch das nicht Ihre Teilnahme dabei. Nur ein Bruchteil der Bewerbungen kann berücksichtigt werden.

 

Wichtige Zusatzqualifikationen, die helfen können

Wenn Sie nicht Oskar Preisträger sind, kein wichtiges, politisches Amt innehaben und auch kein Popstar oder Olympiasieger sind, kann nur Ihr Fahrzeug punkten.

Wollen Sie wirklich ernsthaft bei der Mille Miglia dabei sein, bleibt Ihnen die folgende Möglichkeit:

Tipp

Suchen Sie nach einem Fahrzeug, das auf der Mille Miglia Liste steht, aber von geringem Prestige bei Oldtimerliebhabern ist. Für ein solches Fahrzeug müssen Sie kein Vermögen ausgeben. Sie sollten sich voll und ganz darauf konzentrieren, ein Fahrzeug mit spezieller Geschichte zu suchen. Ein berühmter Vorbesitzer oder eine abenteuerliche Vorgeschichte erhöhen die Zulassungswahrscheinlichkeit deutlich.

Das Mille Miglia Komitee bemüht sich nämlich um ein abwechslungsreiches Starterfeld. Deswegen hat man mit Exoten die besten Chancen.

Gehören Sie zu den Glückspilzen, bei denen es trotz aller Hürden mit der Bewerbung klappt, müssen Sie nur noch das Startgeld von ca. 6.000€ bezahlen – und schon sind Sie dabei!

 

Die Streckenführung der Mille Miglia

Jedes Jahr ändert sich die Streckenführung der Mille Miglia geringfügig. Einige Eckpunkte stehen jedoch fest:

Beim Start der Mille Miglia 2017 in Brescia

Der Start in Brescia, Mille Miglia 2017.

1. Der Start befindet sich immer in Brescia. Die technische Fahrzeugabnahme in der Innenstadt von Brecia ist der erste Höhepunkt des Events und eine tolle Gelegenheit, die Rennwagen aus der Nähe zu betrachten.

2. Der Scheitelpunkt der Mille Miglia liegt grundsätzlich in Rom. Die dortige Fahrzeugparade gilt als weiterer Höhepunkt der Rallye.

3. Von Rom geht es wieder zurück in den Norden. Auch die Durchfahrt in Siena über die Piazza Il Campo zählt zu den beliebtesten Höhepunkten und ist ebenfalls jährlich gesetzt.

Durchfahrt in Siena: Zeit für Selfies und Gespräche.

4. Das Ziel befindet sich jedes Jahr in Brescia. Viele der Oldtimer schaffen aber die 1000 Meilen leider nicht, daher kommt nur ein dezimiertes Starterfeld zurück nach Brescia.

 

Das Roadbook und die Prüfungen bei der Mille Miglia

Ist es Ihnen tatsächlich gelungen, einen der begehrten Startplätze auf der Mille Miglia zu ergattern, machen Sie Sich vertraut mit den Regularien der Rallye.

Sie sind bestimmt schon einmal bei einer der vielen Oldtimer Rallyes mitgefahren. Die Mille Miglia funktioniert im Prinzip genauso.

  • Es gibt ein Roadbook mit den sogenannten „Chinesenzeichen“, das Ihnen den Weg weist. Zudem ist die gesamte Strecke mit dem berühmten roten Pfeil, dem Logo der Mille Miglia, gekennzeichnet.
  • Es gibt Zeitkontrollen und Stempelstellen, entschieden wird die Mille Miglia aber bei sogenannten Schlauchprüfungen: Sie müssen vorgegebene Streckenabschnitte in einer bestimmten Zeit zurücklegen. Je geringer die Abweichung, desto mehr Punkte gibt es.

Wann, wo und wie genau die Prüfungen funktionieren, erklärt Ihnen das Roadbook.

 

Die Mille Miglia mit Nostalgic erleben

Stilvoller und deutlich entspannter kann man die Mille Miglia mit Nostalgic erleben. Denn wir ersparen Ihnen den nervenaufreibenden Bewerbungsprozess. Bei unserer Reise sind Sie der VIP, auch ohne Olympiasieg und Grammy.

Sie entspannen im Luxushotel und genießen die schönsten Landschaften der Toskana abseits der großen Touristenströme. Trotzdem erleben Sie hautnah die Faszination Mille Miglia, fahren im stylischen Oldtimer im Mille Miglia Tross mit und gehen auf der Piazza Il Campo auf Tuchfühlung mit Piloten und Rennwagen.

 

Seit vielen Jahren bieten wir dieses einzigartige Reiseerlebnis an. Jedes Jahr ist es die erste Reise, die ausgebucht ist.

Sind Sie im Nostalgic Oldtimer bei der nächsten Mille Miglia live dabei?

Verfügbarkeit prüfen

 

Mille Miglia hautnah: Reisebericht 2018

Die Nostalgic Oltimerreise zur Mille Miglia lässt autobegeisterte Herzen höher schlagen – in 2018 war es das 6. Mal in Folge. Sie wollen noch mehr über diese besondere Reise erfahren? Einen tollen Einblick in das Abenteuer Mille Miglia bekommen Sie von unserem Reiseleiter Ludwig. In seinem Reisebericht zur Mille Miglia 2018 teilt er seine Eindrücke und Emotionen: So hat Ludwig die Oldtimerreise zur Mille Miglia 2018 erlebt.

 

Ein Schaulaufen der Reichen und Prominenten

Die Neuauflage der Mille Miglia hat sich sehr schnell zu einem Schaulaufen der Prominenten entwickelt: Persönlichkeiten aus der Welt des Sports, der Politik und Wirtschaft, Schauspieler und Musiker fahren bei der Mille Miglia mit.

Rennfahrerin Ellen Lohr und Susie Wolff bei der Mille Miglia 2016

Rennfahrerin Ellen Lohr und Susie Wolff bei der Mille Miglia 2016.

Entsprechend groß ist das mediale Interesse an der Mille Miglia: Keine andere Oldtimer Rallye steht dermaßen im Rampenlicht der Öffentlichkeit, weit über die eingeschworene Oldtimerszene hinaus.

Oldtimer sind wichtige Statussymbole und können sich auch als gute Vermögensanlagen eignen. Viele Prominente sammeln eifrig Klassiker und einige unter Ihnen so ernsthaft, dass berühmte Sammlungen daraus geworden sind.

 

Prominente Oldtimersammlungen

Ralph Lauren und Jay Lenos setzen mit ihren Oldtimersammlungen weltweit Maßstäbe:

  • Die Mode-Ikone Ralph Lauren hat eine der renommiertesten Sammlungen aufgebaut. Mit einem geschätzten Gesamtwert jenseits der 150 Mio. Euro.
  • „Late Night“ Moderator Jay Leno besitzt mehr als 200 Klassiker und Rowan Atkinson alias Mr. Bean sammelt mit großer Leidenschaft englische Oldtimer.
  • Nicolas Cage und Eric Clapton verbindet die Begeisterung für alte Ferraris.
  • Die Familie Panini, die mit der Fußballbilder-Sammelleidenschaft von Teenies viel Geld verdient hat, kann stolz die größte Maserati Sammlung Ihr Eigen nennen.

 

Maserati A6 GCS53: Maserati Ikone und Seriensieger mit 40 wichtigen Rennsiegen. Wert: ca. 3 Mio. Euro.

 

Prominente Teilnehmer bei der Mille Miglia

Die Mille Miglia ist die perfekte Bühne für prominente Sammler, um ihre nicht minder prominenten Oldtimer zur Schau zu stellen.

Hätten Sie’s gewusst?

Seit 2016 werden aus Sicherheitsgründen keine prominenten Teilnehmer-Namen mehr veröffentlicht. Doch immer dann, wenn bei der Starterliste kein Pilotennamen eingetragen ist, darf man davon ausgehen, dass es sehr prominente oder vermögende Teilnehmer sind.

Alleine in den letzten Ausgaben der neuen Mille Miglia waren prominente Musiker, Schauspieler, Oskar Preisträger, Politiker, ehem. Formel 1 Piloten mit dabei:

 

2015


Jodie Kidd Schauspieler auf einem Jaguar XK 120 OTS Roadster – 1953

Cesare Fiorio Teammanager Ferrari F1 auf einer Lancia Aurelia B20 GT 2000 Berlinetta – 1951

Javier Zanetti Fußballikone von Inter Mailand auf einem Alfa Romeo 1900 Sport Spider

Karl Wendlinger Formel 1 Pilot auf einem Mercedes 300 SL Coupé W 198 – 1955

Wolfgang und Ferdinand Porsche aus der Porsche Dynastie Porsche 356 1500 Speedster – 1955

Ex FDP Chef Philip Rösler auf einem O.M. 665 SSMM Superba – 1930 


2014


Jacky Ickx Formel 1 Rennfahrer auf einem Porsche 550 Spyder RS – 1956

Martin Brundle Formel 1 Rennfahrer auf einem Jaguar D-Type – 1956

Jeremy Irons Schauspieler und Oskar Gewinner Jaguar XK 120 Lightweight – 1950

Jay Leno Late Night Moderator auf einem Jaguar XK 120 Sports “Ecurie Ecosse” – 1951

Brian Johnson Sänger der Rockband AC/DC auf Jaguar C-Type – 1953

Adrien Brody Oskar Gewinner und Schauspieler auf einem Mercedes 300 SL W 198 – 1956

Amy Macdonald Sängerin auf einem Jaguar XK120

Milow, Popstar auf einem Jaguar D-Type 


2013


Daniel Day-Lewis, dreifacher Oscar-Preisträger auf einem Jaguar XK120BJ 53

Herbert Grönemeyer, Musiker auf einem Bentley BJ 1927

Hannah Herzsprung, Schauspielerin auf Jaguar C-TYPE BJ 1953

David Coulthard, Formel 1 Pilot Mercedes 300 SL W 198

Karl Wendlinger, Mercedes 300 SL W 198

Jochen Mass, Mercedes 300 SL W 198

Hans-Joachim Stuck, auf einem Porsche 356 1500).

Christian Geistdörfer, Rally Weltmeister mit Walter Röhrl auf einem  BMW 328 Coupé Touring


 

Gibt es eine Alternative zur Mille Miglia?

Der Gran Premio Nuvolari: Die geheime Alternative zur Mille Miglia.

Unter den Oldtimer Rallyes zieht die Mille Miglia eindeutig die meisten Blicke auf sich.

Sie ist ganz klar die absolute Nummer eins unter den Oldtimer Events, wenn es um Medienrummel und Blitzlichtgewitter geht.

Doch abseits vom Trubel hat sich in den vergangenen Jahren ein zweites Event klammheimlich zu einer echten Alternative für die wahren Oldtimer Fans gemausert:

Der Gran Premio Nuvolari. 

Ist der Gran Premio Nuvolari „besser“ als die Mille Miglia? Wir wagen die These: In so mancher Hinsicht bestimmt.

Inwiefern genau? Finden Sie es heraus!

 

 

Teil II

Die turbulente Historie der Mille Miglia

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise durch die Sternstunden: Erfahren Sie mehr über den kometenhaften Aufstieg von Alfa Romeo und die Geburtsstunde Ferraris. Oder spüren Sie den Geist der ursprünglichen Mille Miglia in zwei fesselnden Geschichten, die jeder Mille Miglia Fan kennen sollte.


Direkt zu:  Die Geburtsstunde Ferraris  //  Die Rekordfahrt von 1955  //  Das tragische Ende 1957


Von ihrer Gründung im Jahr 1927 bis in die 50er Jahre blieb die Mille Miglia das berühmteste und vielleicht wichtigste Autorennen der Welt. Der Rundkurs von Brescia nach Rom und zurück nach Brescia maß exakt 1597 km und wurde immer in einem Stück gefahren.

Das besondere des Rennens: Die Teilnehmer traten nicht direkt gegeneinander an. Jeder Teilnehmer fuhr gegen die Zeit. Die Rennfahrer starteten im Minutentakt. Ihre Ergebnisse aus der Mille Miglia wurden für die Weltmeisterschaft und den Pokal Franco Marzotti gewertet.

 

Goldene Jahre für Alfa Romeo und Ferrari 

Ganze 20 Jahre lang – von der Gründung 1927 bis 1947 – waren die nahezu unbesiegbaren Alfa Romeos mit insgesamt 11 Siegen die großen Dominatoren der Mille Miglia. Danach zog sich Alfa Romeo vorübergehend vom Motorsport zurück und Enzo Ferrari übernahm das Zepter – mit 8 Siegen auf eigenen Sportwagen.

Einzig Mercedes-Benz konnte sich daneben zweimal in die Siegerliste eintragen und die großen Dominatoren ärgern. Einmal gelang Rudolf Caracciola das Kunststück, die überlegenen Alfa Romeos 1932 zu besiegen und einmal Stirling Moss die dominierenden Ferraris 1954.

 

Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz SSK bei der Zieleinfahrt in Brescia 1932

Rudolf Caracciola bei der Zieleinfahrt in Brescia

Diese Siegesfahrt von Stirling Moss war eine Sternstunde des Automobilsports: Mercedes-Benz gelang mit einem SLR ein Siegerauto, das dem Engländer zu einem Fabelrekord für die Ewigkeit verhalf. Stirling Moss wurde dafür von Prinz Charles zum Ritter geschlagen.

 

Alle Mille Miglia Gewinner von 1927 – 1957

FahrerAuto
Ferdinando Minoia/ Giuseppe MorandiO.M. Superba 665S
Giuseppe Campari/ Giulio RamponiAlfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato
Giuseppe Campari/ Giulio RamponiAlfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato
Tazio Nuvolari/ Giovanni Battista GuidottiAlfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato
Rudolf Caracciola/ Wilhelm SebastianMercedes-Benz SSKL
Baconin Borzacchini/ Amedeo BignamiAlfa Romeo 8C 2300 Spider Touring
Tazio Nuvolari/ Decimo CompagnoniAlfa Romeo 8C 2300 Spider Zagato
Achille Varzi/ Amedeo BignamiAlfa Romeo 8C 2600 „Monza” Spider Brianza
Carlo Pintacuda/ Alessandro Della StufaAlfa Romeo 2900 Tipo B
Antonio Brivio/ Carlo OngaroAlfa Romeo 8C 2900 A Spider
Carlo Pintacuda/ Paride MambelliAlfa Romeo 8C 2900 A
Clemente Biondetti/ Aldo StefaniAlfa Romeo 8C 2900B Spider Touring
Huschke von Hanstein/ Walter BäumerBMW 328 Coupé Touring
Clemente Biondetti/ Emilio RomanoAlfa Romeo 8C 2900B Coupé Touring
Clemente Biondetti/ Giuseppe NavoniFerrari 166S Coupé Allemano
Clemente Biondetti/ Ettore SalaniFerrari 166 MM Spider Touring
Giannino Marzotto/ Marco CrosaraFerrari 195S Coupé Touring
Luigi Villoresi/ Pasquale CassaniFerrari 340 America Coupé Vignale
Giovanni Bracco/ Alfonso RolfoFerrari 250S Coupé Vignale
Giannino Marzotto/ Marco CrosaraFerrari 340 America Spider Vignale
Alberto AscariLancia D24 Carrera Pininfarina
Stirling Moss/ Denis JenkinsonMercedes-Benz 300 SLR
Eugenio CastelottiFerrari 290 MM Spider Scaglietti
Piero TaruffiFerrari 315S Spider

 

Enzo Ferrari macht Alfa Romeo unbesiegbar

Nach mäßigen Erfolgen am Steuer von Rennwagen verschlug es Enzo Ferrari als Motorsportchef an die Spitze des Alfa Romeo Werkteams. Ihm gelang es nicht nur, Alfa Romeo bei der Mille Miglia auf der Erfolgsspur zu halten, sondern zum erfolgreichsten Werksteam überhaupt zu machen. Phasenweise waren seine Alfas unbesiegbar.

 

Der große Dominator Alfa Romeo verlässt den Motorsport

Doch die Folgen der Weltwirtschaftskrise hatten zu Beginn der 1930er-Jahre auch vor dem Motorsport nicht haltgemacht. Alle Autohersteller kämpften mit massiven Problemen. Ganz besonders Alfa Romeo, da man nur Luxuskarossen und Sportwagen im Angebot hatte. Doch dafür gab es kaum mehr Nachfrage.

Alfa Romeo musste sparen, wo es ging und verabschiedete sich 1932 offiziell vom Motorsport.

Dass Alfa Romeo nicht komplett von der Bildfläche verschwand, war Enzo Ferrari zu verdanken: Er gründete ein eigenes Motorsport Team, die „Scuderia Ferrari“, und entwickelte die von Alfa Romeo zur Verfügung gestellten Rennwagen weiter.

 

Die „Scuderia Ferrari“ wird geboren

Trotz des sehr erfolgreichen Starts mit Rennwagen von Alfa Romeo entschied sich Enzo dafür, komplett eigene Rennwagen zu entwickeln.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war es soweit: Die ersten Rennwagen und Straßenwagen verließen das Ferrari Werk in Maranello und eine einzigartige Geschichte und Siegesserie begann.

Ferraris dominierten fortan die Mille Miglia mit 8 Siegen und setzten die Erfolgsserie auch nach dem Ende der Straßenrennen fort. Kein anderes Formel 1 Team konnte sich auf Dauer mit Ferrari messen: 16 Konstrukteurs- und 15 Fahrersiege bei den Formel 1 Weltmeisterschaften zeugen davon und machen Ferrari zum weltweit einzigartigen Mythos.

 

Die Mille Miglia Live erleben

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, selbst einmal am Steuer eines chromblitzenden Oldtimers im Mille Miglia Tross mitzufahren, sollten Sie sich unbedingt das Reiseangebot von Nostalgic zur Mille Miglia ansehen: Ein garantiert unvergessliches Erlebnis für jeden Oldtimerfan.

Die Mille Miglia live und hautnah mit Nostalgic

Reise entdecken

 

Mille Miglia hautnah – 1. Geschichte

Die Rekordfahrt von 1955: Husarenritt und Meilenstein im Rennsport

Jeder Mille Miglia Fan sollte Sie kennen: Die unglaubliche Geschichte der berüchtigten Triumphfahrt von Stirling Moss im Mercedes-Benz SLR bei der Mille Miglia 1955. Sie schrieb unvergessene Rennsportgeschichte.

Das Rennduo Moss und Jenkinson bewältigten den 992 Meilen Rundkurs in 10 h 7 m 48 s, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 160 km/h entspricht.

Stirling Moss und Denis Jenkinson am Start der Mille Miglia 1955.

Stirling Moss und Denis Jenkinson am Start der Mille Miglia 1955.

Eigentlich unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass die Mille Miglia auf Landstraßen abgehalten wurde, die nicht für den Verkehr gesperrt waren. Jederzeit mussten die Rennfahrer damit rechnen, einem Hindernis auf der Fahrbahn zu begegnen.

Bis heute gilt die Fahrt von Stirling Moss als Husarenritt und Meilenstein des Motorsports. Der Zweitplatzierte Mercedes-Benz – gesteuert von einem der Besten aller Zeiten, Juan Manuel Fangio – kam mehr als eine halbe Stunde später ins Ziel.

 

Kapitel 1 – Die Top-Favoriten auf den Sieg 1955

Ferrari, Maserati und Aston Martin waren gemeinsam mit den Rennwägen aus Stuttgart die Titelaspiranten.

Doch bei den Piloten war das Team von Mercedes-Benz der Konkurrenz weit überlegen: Stirling Moss, Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann und Karl Kling gehörten zur absoluten Weltspitze. Jeder einzelne von ihnen hatte das Zeug zum Mille Miglia Sieger.

Allerdings waren die Gegner nicht zu unterschätzen: Paolo Marzotto, Piero Taruffi, Peter Collins, Graf Trips und Umberto Maglioli.

 

Kapitel 2 – Traumstart: Ferrari eilt den Mercedes-Benz Teams davon

Der Start des Rennens verlief für Moss weniger gut. Gleich drei Ferraris lagen nach dem Start vor Moss im Rennen. Nichts ließ vermuten, dass das britische Duo im Mercedes-Benz auf dem Weg zu einem unschlagbaren Fabelrekord war.

Denn Castelotti auf dem Ferrari legte einen Traumstart hin. Er war auf dem ersten Teilstück der Mille Miglia unschlagbar schnell unterwegs. Doch seine Fahrweise ging so sehr ans Limit, dass der Ferrari in der Gegend um Pescara liegen blieb.

Sein Teamkollege Marzotto auf dem zweiten Ferrari musste leider aufgeben, weil er einen Reifenschaden hatte und der Ersatzreifen auf der falschen Felge montiert war, die nicht auf den Rennwagen passte.

 

Kapitel 3 – Moss auf Mercedes-Benz schlägt zurück

Die beiden härtesten Konkurrenten waren aus dem Rennen.

Durch einen schnelleren Tankstopp konnte sich Moss zum ersten Mal an die Spitze des Rennens absetzen, als er den in Führung liegenden dritten Ferrari von Taruffi überholte. Bis zur Einfahrt in Rom baute Moss seinen Vorsprung zum zweitplatzierten Taruffi auf mehr als eine Minute aus.

Fangio hatte Motorenprobleme, Kling einen Crash vor den Toren Roms.

Rom war der Scheitelpunkt des Rennens. Noch nie hatte ein Fahrer die Mille Miglia gewinnen können, der zur Halbzeit in Rom an der Spitze lag.

Der große Juan Manuel Fangio auf Mercedes-Benz SLR an der Startrampe in Brescia 1955

Kapitel 4 – Die Triumphfahrt beginnt

Die Rückfahrt von Rom nach Brescia entwickelte sich zu einer wahren Triumphfahrt für das Spitzenduo.

Bereits in Siena lag Moss mit über fünf Minuten vorne. Nach Florenz kam der berühmtberüchtigte Passo della Futa. Auch ihn meisterten Moss und Jenkinson bravourös. Hinter Bologna folgte wieder ein flacheres Teilstück nach Modena. Dort, in der Heimat von Enzo Ferrari, hatte das Dreamteam bereits 27 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Fangio. Und mit Karl Herrmann musste ein weiterer Favorit nach einem Unfall aufgeben.

Sämtliche Mitfavoriten waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschieden oder vernichtend geschlagen.

Bis zur Ankunft im Ziel in Brescia hatte Team Moss über einen halbe Stunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten Fangio und knapp 45 Minuten vor dem besten Ferrari von Umberto Maglioli auf Platz drei.

 

Kapitel 5 – Das Geheimnis der Rekordfahrt

Wie konnte es zu einem derartigen, bahnbrechenden Triumph kommen?

  • Stirling Moss war ein begnadeter Rennfahrer. Er zählte allerdings bis dato nicht zu den ganz, ganz großen Piloten. Er konnte nie die Weltmeisterschaft gewinnen, war vier Mal (nur) Vizeweltmeister und gewann insgesamt 16 Rennen.
  • Der Mercedes-Benz SLR war ein Siegerauto. Er lag aber zu dem Zeitpunkt in der Weltmeisterschaft deutlich hinter den Ferraris zurück.
  • Die Kombination Fangio und Mercedes-Benz SLR war deutlich stärker einzuschätzen und galt als Top Favorit auf den Weltmeistertitel.

Was jedoch kein einziges Rennteam zu der damaligen Zeit machte, war die aufwändige Streckenbesichtigung. Heute gilt Sie als Geheimnis des Erfolgs auf Langstreckenrennen.

Das Siegerteam von 1955 nach der Rekordfahrt.

Das Siegerteam von 1955 nach der Rekordfahrt.

Was im Rallye Sport heute zum Standard gehört, hat das britische Erfolgsduo der Mille Miglia erfunden: ein detailliertes, schriftliches Bordbuch, das den Streckenverlauf akribisch beschreibt und es dem Piloten ermöglicht, auch an unübersichtlichen Stellen die maximale Geschwindigkeit zu fahren, die die Strecke erlaubt.

 

Kapitel 6 – Die Trumpfkarte von Moss sticht die Legende Fangio aus

Der Copilot und Motorsport Journalist Jenkinson verbrachte vor Rennbeginn Monate damit, die Strecke der Mille Miglia zu besichtigen und in ein Logbuch zu übertragen.

Moss vertraute den Aufzeichnungen seines Co-Piloten blind und spielte diesen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten aus. Bestes Wetter und etwas Rennglück gehörten natürlich auch dazu und begünstigten die Fahrt – mit der Moss Rennsportgeschichte schrieb und einen Rekord für die Ewigkeit schuf.

 

Sir Stirling Moss im Siegerauto von 1955 am Start der Mille Miglia 2015

Sir Stirling Moss im Siegerauto von 1955 am Start der Mille Miglia 2015

Wollen Sie das Spektakel Mille Miglia selbst erleben?

Mehr erfahren

 

Mille Miglia hautnah – 2. Geschichte

Das tragische Ende der Mille Miglia

In ihrer 30jährigen Geschichte bescherte die Mille Miglia Rennsport Fans jedoch nicht nur Adrenalin und Freudentaumel. Lesen Sie, wie 1957 eine Tragödie das Rennen in seiner ursprünglichen Form für immer beendete.

 

Kapitel 1 – Volksfeststimmung bei der Mille Miglia

In den Dörfern und kleinen Städtchen der Provinz Mantua, die zur italienischen Region Lombardei gehört, war 1957 der Fortschritt noch nicht angekommen. Industrie gab es kaum, die Menschen arbeiteten in der Landwirtschaft und im Kleingewerbe, es reichte gerade für ein bescheidenes Auskommen.

Zwar sorgte zeitgleich der wirtschaftliche Aufschwung im Dreieck der Industriestädte Mailand-Turin-Genua dafür, dass sich eine Mittelschicht bildete, welche sich eine Waschmaschine, ein Auto, später einen Fernseher leisten konnte.

Schaulustige am Passo della Raticosa

An den verschlafenen Nestern dieser Provinz ging er jedoch vorbei.

Umso freudiger wurden in dieser Gemeinschaft außergewöhnliche Ereignisse begrüßt, die Abwechslung versprachen von der tristen Routine zwischen Feldarbeit und Kirchgang.

Wenn alljährlich die Volkshelden der Mille Miglia mit ihren futuristischen Rennwagen die Gegend passierten, war jeder wie elektrisiert und konnte es vor Spannung kaum erwarten, dass das Brüllen der Motoren erklingt.

 

Kapitel 2 – Das Schicksalsjahr 1957 und die 24. Ausgabe der Mille Miglia

So war es auch am 12. Mai 1957, einem warmen, wolkenlosen Sonntag im Frühling in der Gemeinde Cavriana.

Hunderte Menschen waren gekommen: zu Fuß, per Fahrrad oder dem Postauto. Gesellten sich zueinander in den vereinzelten Gehöften, welche die Strada Statale 236 Goitese säumten – ein schmales asphaltiertes Band, umrahmt von Bewässerungsgräben.

Einmal im Jahr schlug hier der Blitz der Zukunft ein. Donnerte an diesem Sonntag im Mai der Fortschritt durch die trostlose Campagna. In Gestalt hunderter Sportwagen bei der Mille Miglia.

Von hier aus waren es nach mehr als 1500 Kilometern Rennstrecke nur noch knappe 50 km zur Ziellinie in Brescia.

Hier war der Sieg gewissermaßen zum Greifen nah.

Auch diese besagte 24. Auflage der Mille Miglia, des Tausend-Meilen-Rennens über die italienische Halbinsel, verwandelte die Felder und Dörfer entlang der Strecke wieder in ein Pulverfass aus Volksfest und Moderne. Die Helden saßen in ihren laut röhrenden Boliden, der Geruch von Benzin und Reifen war so ganz anders, als der trostlose Alltag.

 

Kapitel 3 – Die roten Ferraris dominieren die Mille Miglia

Der achtjährige Giovanni Conzato vertrieb sich die Wartezeit mit seinen Spielkameraden im Gehöft „Corte Colomba“. Froh darüber, dass an diesem Sonntag die kirchlichen Aktivitäten aufgrund der Durchfahrt der „Mille Miglia“ aufgehoben worden waren.

Mit ihm die Geschwister Virginio und Valentina Rigon, zehn und sechs Jahre alt.

Das Rennen fand auf öffentlichen Straßen statt, Absperrungen gab es wenige. Und noch viel weniger Personal, um diese zu kontrollieren.

Die Zuschauer vertrauten den tollkühnen Fahrern und mehr noch ihren Rennwagen.

Diese möglichst nahe zu erleben war der Adrenalinschub und Nervenkitzel, der Männer, Kinder und Frauen gleichermaßen begeistert vom Straßenrand winken ließ.

An diesem unbeschwerten Renntag im Mai lagen die im nahen Modena gebauten Wagen von Enzo Ferrari weit vorne. Er war es, der sich zwei Jahrzehnte vorher bei der Mille Miglia  um die Rennwagen von Alfa Romeo gekümmert hatte. Bevor er seine eigene Automobilfirma gründete.

 

Kapitel 4 – „Vinca Taruffi!“ – Enzo Ferraris fatale Forderung

Der 29jährige spanische Aristokrat Alfonso de Portago hatte bereits eine Karriere als Jockey und Bobrennfahrer hinter sich, als ihn wenige Jahre zuvor Le-Mans-Sieger Luigi Chinetti als Beifahrer für die Carrera Panamericana anwarb.

1956 bot Enzo Ferrari dem Newcomer einen Platz in seinem Werksteam an. Und kurze Zeit später, an diesem 12. Mai 1957, saß er im Cockpit eines Ferrari 335 S und hatte beim letzten Servicestopp erfahren, dass er auf dem Weg zum vierten Platz war.

Etwas früher an diesem Morgen hatte der Spanier beim Frühstück etwas Milch verschüttet. Ein schlechtes Omen.

Vor dem Start des Rennens überreichte er dem Rennleiter der „Scuderia Ferrari“ einen Zettel mit den Kontaktdaten seiner Frau. Als ob er ahnte, was passieren würde.

Um 14.30 Uhr an diesem Sonntag ließ sich Enzo Ferrari bei der Durchfahrt von Bologna bei seinen Fahrern sehen. Er ordnete an: „Vinca Taruffi!“ (Taruffi soll gewinnen.)

Für Ferrari zeichnete sich ein grandioser Sieg ab: Nach dem Ausfall von Werksfahrer Peter Collins lagen Piero Taruffi und Wolfgang Graf Berghe von Trips auf Rang eins und zwei, gefolgt von Gendebien, allerdings mit einem schwächeren Modell, einem 250 GT Scaglietti.

Währenddessen grämte sich Alfonso de Portago. Vielleicht war die Aussicht auf den vierten Platz für den ehrgeizigen adeligen Lebemann eine Erniedrigung. Denn er wusste insgeheim, dass er mit seinem hubraumstärkeren 4,1-Liter-Zwölfzylinder eine Chance hatte – und zwar auf der 5 km langen Geraden hinter Goito Richtung Guidizzolo.

In einem früheren Interview hatte sich de Portago über Angst geäußert: „Angst ist das Wissen um die Gefahr… mir gefällt das Gefühl der Angst. Am Ende ist man sie gewohnt und braucht sie in immer höheren Dosen.“

 

Kapitel 5 – Das Unglück nimmt seinen Lauf

Was genau kurz nach 16.00 Uhr an diesem Sonntag in der norditalienischen Provinz passierte, blieb umstritten. Auch in jahrelangen Gerichtsverhandlungen konnte man es nicht klären.

Sicher ist, dass der Wagen von de Portago auf der langen Geraden, der Strada Statale 236 Goitese bei Santa Colomba, mit mehr als 200 km/h – manche behaupteten sogar 250 bzw. 270 km/h – unterwegs war.

Und dann geschah es.

Schuld war wohl ein Reifen (der nach widersprüchlichen Quellen vorher beschädigt war und mutmaßlich nicht getauscht wurde, um Zeit zu sparen).

Er touchierte den Randstein. Platzte.

De Portago verlor die Kontrolle über den Ferrari. Krachte erst gegen einen Telegrafenmast. Stürzte dann in den angrenzenden Wassergraben. Wurde von dort wieder herauskatapultiert.

Und flog in die Zuschauer.

Erst hundert Meter weiter kam das völlig zerstörte Fahrzeug zum Stillstand.

Mit Alfonso de Portago und seinem Beifahrer, dem amerikanischen Journalist Edvard Gurner Nelson, starben Roberto, Virginio und Valentina, zwei weitere Kinder und vier Erwachsene.

Zwanzig Menschen wurden schwer verletzt.

Während die Toten auf Küchentischen in den Gehöften aufgebahrt wurden und Pfarrer Pio mit dem Fahrrad zu den Verletzten eilte, um Trost zu spenden, improvisieren die Umstehenden Tragebahren aus landwirtschaftlichen Geräten für die Verletzten. Die staatliche italienische Nachrichtenagentur ANSA verbreitete die Nachricht der Tragödie.

 

Kapitel 6 – Enzo Ferrari, der Sündenbock

Enzo Ferrari hatte schon viele Rennfahrer durch tödliche Unfälle verloren. Doch die Ereignisse des 12. Mai 1957 erschütterten ihn zutiefst.

Nach der nur zwei Jahre zurückliegenden Katastrophe von Le Mans mit 84 Toten hatten sich auch in Italien die Gegner von öffentlich ausgetragenen Autorennen formiert.

Selbst aus seinen eigenen Reihen mutmaßt man, de Portago habe nur widerwillig an dieser Mille Miglia teilgenommen, da er die Gefahr nicht abgesperrter Rennstrecken kannte. Er ließ sich wahrscheinlich von Enzo Ferrari überreden. Nicht verbrieft ist, dass Ferrari noch in Bologna de Portago anstachelte, weil er einen Ausfall Gendebiens fürchtete.

Der Sieg bei dieser 24. Auflage der Mille Miglia ging unter im landesweiten Aufschrei, der vor allem in der Person von Enzo Ferrari den Schuldigen ausmachte.

„Mille Miglia – Friedhof für Männer und Kinder – Schluß damit“, geißelten die Gazetten den Mann aus Modena.

Dass Autorennen wie die Mille Miglia auf nicht gesperrten Straßen nicht mehr zeitgemäß seien, wurde nun machtvoll unterstützt durch Kirche und Politik.

Die moralische Verantwortung für die Katastrophe wurde klar bei Enzo Ferrari gesehen. Obwohl mehrere Gerichtsverfahren sowohl gegen den Reifenhersteller als auch den „Commendatore“ keine Schuldsprüche ergaben.

Enzo Ferrari rang lange mich sich und erwog, sich ganz aus den Rennen zurückzuziehen. Letzten Endes entscheid er sich dagegen, blieb aber den Rennveranstaltungen fortan mit wenigen Ausnahmen fern.

 

Nostalgic – Oldtimerliebe und Reiselust

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, selbst einmal am Steuer eines chromblitzenden Oldtimers zu sitzen, sollten Sie unbedingt einen Blick in den Nostalgic Reisekatalog werfen: Reiseziele wie Italien, die Provence oder ein Kurz-Trip in die bayerischen Alpen versprechen ein Erlebnis für all Ihre Sinne.

Alle Reiseziele und Termine im Überblick

Reisekatalog anfordern

 

Bildnachweise: © Daimler AG Herzlichen Dank an die Daimler AG für die Nutzung der historischen Fotos zur Mille Miglia.