MERCEDES Classic, das Magazin für alle Freunde der Marke Mercedes-Benz, widmet eine Reportage einer Classic Car Travel Reise an den Lago Maggiore. Chefredakteur Jörg Heuer und Fotografin Julie Marie Werner gelingt es ein stimmungsvolles, emotionales Bild zu zeichnen, wie die Familie Schillgalies die Oldtimertour am Lago Maggiore erlebt:
„Zeitreise ins Glück – wie Sophier Schillgalies, ihre Eltern und ihr Freund fahren gewöhnlich Mercedes-AMG. Am Lago Maggiore testen sie erstmals „Pagoden“ und „R107″- und sind begeistert.“ Lesen Sie selbst!
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Autor: Gert
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Das Mercedes Classic Magazin war bei einer Lago Maggiore Reise dabei und berichtet
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Der Faszination Oldtimer Reise auf der Spur
Eine Oldtimer Reise gibt ein verheißungsvolles Versprechen. Es ist eine Erlebnisreise für all Ihre Sinne – und Gänsehaut-Momente sind garantiert. Wenn Sie gerade überlegen, sich auf das Abenteuer Oldtimer Reise einzulassen, sind Sie hier genau richtig. […]
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Unsere Toskana-Reise als Titelstory im Mercedes Classic Magazin
MERCEDES Classic, das Magazin für alle Freunde der Marke Mercedes-Benz, widmet die Titelgeschichte einer Classic Car Travel Reise in der Toskana. Autor Gordon Detels und Fotografin Petra Sagnak gelingt eine spannende Reportage, bei der Sie schnell das Gefühl haben werden, selbst am Steuer zu sitzen, bzw. zumindest davon träumen:
„Vorhang auf für eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Unter den Hauptdarstellern: eine bezaubernde Landschaft Italiens – und faszinierende SL-Modelle.“ Lesen Sie selbst!
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Der Gran Premio Nuvolari – besser als die Mille Miglia?
Der Gran Premio Nuvolari – zu deutsch: der Große Preis von Nuvolari – ist unter Oldtimer Liebhabern ein echter Geheimtipp. In den mehr als 20 Ausgaben des historischen Gran Premio Nuvolari ist es den Veranstaltern gelungen, eine Oldtimer Rallye zu organisieren, die es mit der weltweit bekannten Mille Miglia aufnehmen kann.
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Mythos Targa Florio live erleben!
Einsame Bergstraßen im Nationalpark des „Madonie“-Gebirges in Sizilien bildeten die Kulisse für heiße Duelle großer Rennfahrer und wurden zur prächtigen Bühne für legendäre Rennerfolge bei der „Targa Florio“ bis in die 70er Jahre. Die Neuauflage der Targa Florio Classica ist leiser, aber nicht weniger beeindruckend und emotional.
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Festival of Speed – Alles was Sie wissen müssen
Goodwood – Das Festival of Speed. Eine Mischung aus Ascot, Formel 1 und Wörthersee. Eine Hommage an den Rennsport und kein ernst zu nehmendes Rennen. 180.000 Menschen pilgern jedes Jahr im Juli nach Goodwood, um Champagner, Drifts, alte Haudegen und Rennwagen zu erleben, die Motorsportgeschichte geschrieben haben.
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Vor mir liegen die schönsten Käfer-Stündchen meines Lebens
Es ist ein Pauschalreise ins Jahr 1963. Im Automobil des Wirtschaftswunders geht es durch das Voralpenland. Mit den Haaren im Wind, dem Käfer im Herzen und der Erkenntnis: Luftgekühlt ist viel schöner als von der Sonne verbrannt.
Katharina Windmaisser berichtet für die Bild am Sonntag über eine Tour im VW Käfer durch Oberbayern:
Alles bebt, als wir in Fahrt kommen. Thomas mein Begleiter, legt noch einen Gang zu. Es ist unser erstes Mal, und es ist sehr romantisch. Vor mir liegen die schönsten Käfer-Stündchen meines Lebens. Reisen hat nicht immer etwas mit Geografie zu tun. Manchmal ist Reisen auch Geschichte. So wie diese Fahrt im Käfer 1200 Cabriolet. Es ist ein Ausflug in die Vergangenheit, in die Zeit, des Wirtschaftswunders, des Hula-Hoop-Reifens und der ersten Adria-Urlaube. Zum ersten Mal im Leben sitze ich in einem VW Käfer, der wohl bezauberndsten Zeitmaschine der Welt. Mit 105 Sachen knattern wir die A 8 entlang von München Richtung Süden. Eine Fahrt ins Blaue, die heute Kurz-Trip heißt. Ein bisschen rumcruisen und abhängen.
Mein Baujahr ist 1983, das des mohnrot lackierten VW Käfers 1963. Es ist ein Auto, wie es meine Eltern fuhren. Mein Vater hatte einen Volkswagen in Himmelblau. Meiner Mutter gefiel die Farbe nicht, also lackierte ihn Papa rot. Ihre ersten Fahrstunden machten, die beiden in einem Käfer heimlich im Wald. Dort fühlte sich der Volkswagen genauso wohl wie vor der Oper. Damals war er klassenlos, der kugelrunde Käfer. Und heute rufen alle „Große Klasse!“, wenn sie einen sehen. Auf den original Weißwand-Reifen rollen wir gen Voralpenland. Bei den kurzen Ausflügen auf die linke Spur drängelt niemand. Keine Lichthupe, stattdessen verbrüderndes Winken eines New-Beetle- Fahrers. Wir winken zurück und denken: Keine Kopie ist so schön wie das Original 21 Millionen verkaufte Exemplare können nicht lügen.
Nach einer kurzen Pause an der Wallfahrtskirche am Irschenberg mit traumhaftem Blick auf das Mangfallgebirge stopfe ich meinen Petticoat wieder zwischen Hintern und Kunstledersitze und schaffe es endlich, die Tür zu schließen. Bauchgurte mittig einklicken und weiter geht‘s. Thomas, mein Fahrer, dreht den Zündschlüssel um. Es zirpt, es röhrt es rattert – die Begleitmusik einer Generation in Aufbruchstimmung. Ich drehe an den elfenbeinfarbenen Knöpfen des Original-Monoradios und mein Wunschdenken, dass mir Peter Kraus oder Chuck Berry entgegentönen, wird von einem Rauschen enttäuscht. Macht nichts, der Käfer bietet genug Gesprächsstoff. Thomas ist „Generation Golf“, ich bin „Generation Praktikum“. Und beide sind wir der Meinung, dass kein Golf und kein Praktikum so viel Emotionen wecken kann wie er, der Käfer.
Am Tegernsee zeigt der Kilometerstand 20 072. Unser Volkswagen mit der Fahrgestellnummer 5851586 gehörte einem Bankdirektor aus South Carolina» der das Cabriolet nur in seinem Ferienhaus in Florida nutzte. Am 21. Oktober 1963 wurde es im Auftrag der Volkswagenwerke bei der Firma Karmann in Osnabrück gebaut, ging eine Woche später auf Seereise nach New Orleans. Bis Oldtimer-Liebhaber Walter Laimer den roten Flitzer zurück nach Deutschland holte. Seine Firma „Nostalgic“ bietet neben Alfa-Romeo-Touren in Italien ab sofort auch Käfer-Reisen an. Am Tegernsee, wo die Schickeria aus München gern ihr „Weekend“ verbringt und ihre dicken Schlitten an der Uferpromenade präsentiert, erntet unser Schnauferl eine Sympathiebekundung nach der anderen. Die Leute winken, fotografieren und erzählen uns ungefragt ihr persönliches Käfer-Erlebnis. „Grandios, ich hatte damals auch so einen und im Übrigen auch ein Mädchen wie Sie, im gepunkteten Petticoat. Im Käfer, ich sag’s Ihnen, also da ging es damals rund…“ brabbelt ein Herr aus Hessen.
Der luftgekühlte Vierzylinder-Boxer trägt uns weiter durchs Voralpenland. Spitzingsee, Walchensee. Starnbergersee. Wir beschleunigen und sind doch entschleunigt. Sehnsucht verspüre ich, als die Fahrt ins Blaue zu Ende ist. Ich habe das Gefühl, gleich etwas zu vermissen, das ich vor dieser Fahrt nicht gekannt habe. Eine Zeit, in der Beständigkeit und Treue Werte waren, die sich nicht nur in der Automobilindustrie niedergeschlagen haben. Wie gern habe ich für dieses Gastspiel in einem rollenden Stück deutscher Geschichte meine Wirbelsäule malträtiert. Auch ohne Nackenstütze bin ich herrlich gechillt, pardon, entspannt
Text: Katharina Windmaisser
BILD am SONNTAG -

Happy Birthday Mercedes-Benz SL (R 107)
Alles Gute zum 50. Geburtstag!
Rauchsilber und diamantblau, inkarot und perlmuttgrau, petrol und anthrazitgrau: in diesen metallic-Lackierungen erwartet Sie bei Mercedes-Benz Classic Car Travel ein Modell, das wie kein anderes für herrschaftliches Fahren steht: der Mercedes-Benz SL Typ „R 107“.
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Vor fünfzig Jahren wurde der am längsten gebaute Roadster der Stuttgarter Marke vorgestellt. Er kam in eine Zeit, in der sein nobler Vorgänger, die legendäre Pagode (Mercedes-Benz SL Typ „W 113“) große Fußspuren hinterlassen hatte. Aber mehr noch als dieser Vorgänger eroberte sich der „R 107“ seinen eigenen Platz auf allen fünf Kontinenten. Das begann schon am Typenkürzel: das „R“ stand – erstmalig bei Mercedes-Benz – für „Roadster“, in der Vergangenheit hatte sich die Traditionsmarke mit weniger Buchstaben begnügt: „W“ für alle Personenwagen, „O“ für Omnibusse, „L“ für Lastwagen. Den anfangs ausschließlich mit Achtzylinder-Motoren gelieferten Modellen folgten nach einigen Jahren deutlich sparsamere, nichtsdestotrotz drehfreudige Sechszylinder.
Mercedes-Benz selbst beschrieb den R 107 in der Werbung als „komfortbetonten Roadster“, als „ausgewogene Synthese von Sportlichkeit, Komfort und wertvoller Spitzentechnik“. Dieses Modell sei ein „Angebot an Fahrer, die die Vitalität des offenen Fahrens lieben und dabei „ein Automobil als Ausdruck eigenständiger Lebensart“ sehen „ohne den Stress, der anderweitig zu automobiler Sportlichkeit gehört“. Ob die zuletzt zitierte Spitze nach Zuffenhausen oder zu den „blau-weißen“ zielt ist nicht mehr nachvollziehbar, fast eine Viertelmillion produzierter Fahrzeuge können nicht irren, fast fünfmal so viele wie von der Vorgängerin „Pagode“ gebaut wurden.
In den Siebziger Jahren stieg, wer es sich leisten konnte, einmal im Jahr in den Flieger für eine Fernreise, aber für die vielen kleineren Reisen zwischendurch startete man vom heimischen Bungalow gerne im Auto. Wer das Privileg genoss, dies in einem Mercedes-Benz R 107 zu tun, erlebte Ascona und das Tessin, die italienische und französische Riviera, die Alpen und das Salzkammergut. Ob an der Autobahntankstelle in Italien oder an der Auffahrt zu Grand Hotels an der Côte d’Azur, stets war der Reisende begleitet vom guten Gefühl, den Geschmack für das Beste zu haben und dies auch zu zeigen.
Mit Mercedes-Benz Classic Car Travel entführen wir Sie für ein paar Tage zurück an die Schauplätze der Jugend des R 107. Erleben Sie, ein halbes Jahrhundert nach der Vorstellung dieses bahnbrechenden Modells, Traumstraßen in der Provence am Lago Maggiore und in der Toskana am Lenkrad erstklassiger Oldtimer und wählen Sie jeden Tag aus unserem Fahrzeugpool … die passende Farbe zu Ihrer Garderobe!
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Wunderschöne Autos, elektrisierende Stimmung, strahlende Gesichter: so war die Mille Miglia!
Die letzte Mille Miglia verpasst? Macht nichts: Jetzt können Sie das Abenteuer nachholen! Denn unser Reiseleiter Ludwig – seinerseits ein Autoverrückter und Porsche-Clubcup Fahrer – nimmt Sie mit. In diesem Reisebericht teilt er seine Eindrücke und Emotionen. Und so hat Ludwig die Nostalgic Oldtimerreise zur Mille Miglia erlebt:
Das Rennen steht kurz bevor
In wenigen Tagen ist es soweit und ich bin wieder in der Toskana unterwegs. Mittlerweile bereits zum dritten Mal als Reiseleiter für Nostalgic. Die Vorfreude wächst. Die neuesten Zahlen aus dem Pressebüro der Mille Miglia sind beeindruckend: 450 Teams aus über 40 verschiedenen Ländern werden teilnehmen. Die meisten Fahrzeuge kommen dabei nicht von dem großen Dominator und Seriensieger der Mille Miglia Alfa Romeo, sondern aus dem Hause FIAT. Fast 25% der teilnehmenden Piloten kommen aus den Niederlanden. Das überrascht mich nicht, denn die Oldtimerszene dort ist sehr enthusiastisch und vor allem äußerst hochklassig.
An der Mille Miglia dürfen nur Oldtimer teilnehmen, von dessen Modellreihe bei der ursprünglichen Mille Miglia, welche in den Jahren 1927 bis 1957 ausgetragen wurde, mindestens ein Exemplar teilgenommen hat. Bei der diesjährigen Mille Miglia sind 101 Originalfahrzeuge dabei, die bereits bei der historischen Mille Miglia an den Start gegangen sind.
Mille Miglia 2018, Bugatti T 35 A Baujahr 1925 bei Monteroni Arbia Was ich bisher nicht wusste
Es gibt eine Warteliste, falls Teams im letzten Moment ausfallen. 121 Teams halten sich bereit, um einen frei gewordenen Platz zu besetzen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Teams freiwillig den Platz räumen. Vermutlich werden Plätze nur bei schwerer Krankheit oder Ableben freigegeben. Dies verdeutlicht aber einmal mehr die extreme Strahlkraft der Rally auf alle Motorsportbegeisterten.
Wenige Tage vor dem Rennen veröffentlicht der Mille Miglia Veranstalter die Starterlisten. Diese sind wichtig, da man nur damit die Fahrzeuge und Piloten identifizieren kann, die an einem vorbeifahren. Leider werden einige Prominente und sehr vermögende Teilnehmer meist nicht mehr namentlich aufgeführt, angeblich aus Sicherheitsgründen. Aber nicht nur für mich sind sowieso die prächtigen historischen Rennwagen die Stars der kommenden Tage und nicht ihre Piloten.Der Start am Donnerstag
Den Start des Rennens erlebe ich nicht live, für Enthusiasten sind aber genug Mitschnitte und Berichte darüber im Internet zu finden. Am Donnerstag starten wir mit unseren Gästen (die Reise ist mit 40 Gästen traditionell schon seit Monaten ausverkauft) in der Toskana zur Einführungsrunde. Nach dem gemeinsamen Mittagessen fessele ich die Gäste mit spannenden Geschichten zur Historie von Alfa Romeo, die unauslöschlich mit der Mille Miglia verbunden ist. Die Rennerfolge von Alfa Romeo bei der Mille Miglia haben den Mythos Alfa Romeo begründet. Beeindruckt und mit großer Spannung begeben wir uns auf den Parkplatz unseres Hotels.
Mein Team hat in der Zwischenzeit die Autoverdecke geöffnet und die Motoren warmlaufen lassen. Ordentlich in Reih und Glied funkeln über zwanzig Alfa Romeo Spider in der gerade rechtzeitig erscheinenden Mittagssonne. Wir haben Glück. Denn die vergangenen Tage waren mit fünf Regentagen am Stück die nassesten seit Beginn der Wetterauzeichnung in der Toskana… Die Gäste sind sichtlich beeindruckt und ich kann einen gewissen Stolz nicht verhehlen. Es werden die Kameras und Handys gezückt und Fotos gemacht, ich sehe nur strahlende, glückliche Gesichter.
Die Einführungsrunde auf verkehrsarmen Landstraßen gibt den Gästen Zeit, sich mit der Bedienung der Alfas und der Handhabung des Roadbooks vertraut zu machen. Nach einer Stunde kommen die ersten Gäste wieder zum Hotel zurück. Die Menschentraube wird immer größer. Bald sind alle Kunden wieder zurück, aber niemand will auf das Hotelzimmer gehen.
Erst die Aussicht auf die geplante Weinverkostung in einem der prestigeträchtigsten Weingütern des Chianti Gebiets, der „Badia a Coltibuono“, lockt die Gäste weg von den Alfas.

Mille Miglia Team bei Buonconvento in der Toskana, FIAT 525 SS Baujahr 1930 Ferrari Tribute 1000 Miglia und Mercedes-Benz 1000 Miglia Challenge
Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr treffen wir uns auf der Hotelterrasse. Verteilen Snacks, Obst und Wasser für den Tag, den die Gäste in ihren Nostalgic-Rucksäcken verstauen können. Die freudige Erwartung der Gäste auf ihren Wunschalfa für den heutigen Fahrtag ist deutlich zu spüren. Deswegen versuche ich mich kurz zu halten. Erkläre noch den Streckenverlauf und gebe Hinweise und Tipps zum heutigen Tag.
Wir fahren ca. zwei Stunden auf pittoresken Landstraßen in den Süden der Toskana. Auf der Höhe von Buonconvento sollten wir die ersten Teilnehmer der Mille Miglia treffen. Der lokale Mille Miglia Streckenkoordinator Franco, den wir später noch an der Zieleinfahrt in Siena in seiner Funktion als Marshall wiedersehen sollten, hat mir die genauen Uhrzeiten und Streckenverläufe mitgeteilt, trotzdem ist es relativ schwer, den Ankunftszeitpunkt vorauszusagen.
Meine Gäste genießen die Wartezeit, denn die Mille Miglia hat nicht nur historischen Rennsport zu bieten. Sie ist Anziehungspunkt für alle Autoverrückten. Bei der Ferrari Tribute und der Mercedes-Benz Challenge nehmen 130 moderne Supersportwagen teil. Auch einige Supersportwagen aus der Exklusiv-Schmiede von Horacio Pagani können wir entdecken. Ein Spektakel ohnegleichen, wenn diese hochgezüchteten Sportwagen vorbeifahren. Einige dieser Sportwagen sind so teuer und selten, dass man sie nie auf der Straße sieht. Bei der Mille Miglia werden sie aus den beheizten Garagen geholt und auf die Straße gebracht.

Mercedes-Benz SLR Teams fahren bei der Mercedes-Benz 1000 Miglia Challenge mit.Oldtimer rocken durch die Toskana
Pünktlich 11 Uhr ist es endlich soweit. Die ersten Mille Miglia Teilnehmer tauchen auf. Nach dem akustischen Spektakel der Ferraris fast schon ein wenig ernüchternd wie klein die Fahrzeuge sind. Ganz entspannt und souverän tuckern die Bugattis und OMs (Officine Meccaniche) an uns vorbei. Die ältesten Fahrzeuge dürfen jeden Morgen als erste an den Start. Da aber überholt werden darf, sind in der Regel um die Mittagszeit die Mercedes-Benz Flügeltürer und Ferraris an der Spitze des Feldes anzutreffen. Hier in Buonconvento also noch nicht.
Als Geheimtipp rate ich unseren Gästen, nicht mit den übrigen Zuschauern an der Hauptstraße stehen zu bleiben, sondern sich in Richtung des Ortskerns zum imposanten Stadttor zu begeben. Dort stehen wir alleine und haben einen exklusiven, hautnahen Kontakt zu den Fahren und den imposanten Wagen. Nur das offizielle Mille Miglia Presseteam samt Fotographen ist hier anzutreffen.
FIAT Balilla am Stadttor von Buonconvento Einen Vorkriegs-Sportwagen über eine so lange Strecke zu fahren, ist eine ziemlich beeindruckende körperliche Leistung. Keine Servolenkung, freistehende Räder, kein synchronisiertes Getriebe, keine Türen und vor allem kein Verdeck und keine Windschutzscheibe, ganz schön spartanisch. Nach einer halben Stunde kommen die Teams in immer engerer Taktung vorbei. Für uns der richtige Moment, um uns mit unseren Alfas unter die Teams zu mischen und mitsamt des Fahrerfeldes Richtung Siena zu fahren. Wir wollen nämlich nicht das Spektakel auf der Piazza Il Campo in Siena verpassen – der vielleicht schönste Moment des ganzen Rennens.

Nostalgic Gäste im Giulia Spider bei der Mille Miglia kurz vor Siena Die Mille Miglia Show in Siena
Wir fahren zwischen den Rennteams in den Norden, Richtung Siena, vorbei an roten Klatschmohn Feldern und zypressengesäumten Auffahrten. Bei mehreren Dorf-Durchfahrten winken uns jubelnde Menschen zu und einige ambitionierte Mille Miglia Teams überholen uns. Am Stadttor in Siena parken wir unsere Spider und gehen zu Fuß in Richtung Piazza Il Campo. Benzingeschwängerte Luft steht in den engen Gassen, das Röhren der Bentleys, Jaguars und Ferraris vermischt sich zu einem ohrenbetäubenden Lärm in der Altstadt. Die ersten Gäste schnappen sich ein paar Stühle des Straßencafés und lassen die Mille Miglia Teams an sich vorbeifahren. Die meisten gehen auf die große Piazza.

Ludwig mit Gästen auf der Piazza Il Campo im Hintergrund ein Mercedes-Benz 300 SL Majestätisch schaut der Campanile auf das Treiben herunter. Hier wo im Sommer die Pferde beim Palio um die Wette eifern, müssen sich die Teilnehmer einen Stempel geben lassen, als Beweis, dass Sie hier durchgefahren sind. Die perfekte Gelegenheit mit den Piloten auf Tuchfühlung zu gehen. An der Stempelstelle sind Absperrgitter aufgestellt worden, aber wir schleusen unsere Gäste mit der Hilfe von Marshall Franco daran vorbei und so können wir die Sportwagen genau inspizieren.
Das Nostalgic Roadbook mit der Starterliste gibt Auskunft über die Teams und wertvollen Sportwagen. Ich spreche einen Ferrari Fahrer an. Er scheint Japaner zu sein und gibt bereitwillig Auskunft, dafür mache ich ein paar Fotos von seinem knallroten Ferrari und dem sichtlich stolzen Besitzer. Wow, was für ein Traumwagen! Wieso sind die Autos heutzutage so austauschbar und langweilig geworden?
Der Mille Miglia Tross auf der Piazza Il Campo, Reiseleiter Ludwig und Thomas bei der Stempelstelle Auf der Höhe der Stempelstelle sehe ich einige unserer Gäste begeistert winken. Einige haben sogar die Papierfähnchen mit dem roten Pfeil der Mille Miglia in der Hand (ein weltweit gefragtes Souvenir)… Ausgelassen werden die Autos und Besatzungen kommentiert und fotografiert. Es dauert knappe 2 Stunden, bis der Großteil der Teilnehmer durchgefahren ist. Endlich Zeit für eine Pizza und Erholung von dem Spektakel Mille Miglia.
Ein unvergesslicher Tag klingt aus bei Carla
Obwohl ich schon so oft dabei war, ist es auch dieses Mal so, dass das Spektakel noch lange nachhallt.
Alle Gäste scheinen in sich gekehrt, lassen die Mille Miglia durch die Fotos und Videos auf ihren Mobiltelefonen nochmals vorbeiziehen. Zum Glück geht es Abends zum gemeinsamen Abendessen in eine der besten, charmantesten Trattorias, die ich kenne.
Carla erwartet uns in der Bottega di Volpaia und verwöhnt uns mit Trüffel Tagliatelle, Salbei Ravioli, Involtini usw. Mit jedem Glas Renzo Marinai (Geheimtipp: eine der besten Rotweine aus dem Chianti) steigt der Lärmpegel meiner Gruppe. Jeder will noch das schönere, seltenere Fahrzeug gesichtet haben. Die Gäste wollen wissen, welche Nostalgic Reise sie als nächstes machen sollen? Ob denn die andere Reise ähnlich beeindruckend sind? Wie sich die Reise zur Mille Miglia von der Reise zum Gran Premio Nuvolari unterscheidet?
Ich schmunzle… Wie jedes Jahr hat der Mille Miglia-Virus neue „Opfer“ gefunden.
Wie sagt man so schön: nach der Mille Miglia ist vor der Mille Miglia… Ich hoffe, ich bin wieder mit von der Partie, wenn die Oldtimerreise zur Mille Miglia erneut durch die Toskana rockt.
Ihr Ludwig Zoller
