{"id":219,"date":"2004-07-07T11:08:38","date_gmt":"2004-07-07T09:08:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nostalgic.de\/?p=219"},"modified":"2004-07-07T11:08:38","modified_gmt":"2004-07-07T09:08:38","slug":"romanze-mit-giulia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/romanze-mit-giulia\/","title":{"rendered":"&quot;Romanze mit Giulia&quot;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mamma mia! Die Signorina in Rot verspr\u00fcht Erotik. Super Figur. Und erst die Stimme der Kleinen - animativ heiser. Die Art, sich zu bewegen. Ihr Geruch: markant mit einer Nuance \u00d6l. Das Objekt der Begierde: Alfa Romeo Giulia Spider. In den 60ern bekannt und geliebt als \u201eSignorina\u201c.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welch ein Kontrast zu den prall konturierten jungen Konkurrentinnen auf den Catwalks internationaler Automobil-Ausstellungen. Diese Girlies locken mit den g\u00e4ngigen Idealma\u00dfen und lassen, wenn sie auf Touren kommen, nur ein \u00f6des Schnurren vernehmen. Neue Cabrios sind schnell, \u00f6kologisch korrekt abgasgefiltert und schallged\u00e4mpft. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Sie damit durch die Toskana fahren und dabei Spa\u00df haben. Mit einer Hand am Lenkrad durch Kurven jagen, w\u00e4hrend die Frisur der Partnerin dank Windschott bei Tempo 130 auf der Autobahn Contenance bewahrt. Aber den Autos fehlt das Mediterran-Hei\u00dfbl\u00fctige, das Raffiniert-Komplizierte und S\u00fcdl\u00e4ndisch-Pr\u00e4tenti\u00f6se.<br \/>\nItalianit\u00e0 erf\u00e4hrt man nur mit Signorina Giulia, Geburtsjahr 1963. Die j\u00fcngere Schwester der legend\u00e4ren Alfa Romeo Giulietta Spider steht f\u00fcr vieles, was wir Menschen n\u00f6rdlich der Alpen an Italien so lieben. F\u00fcr Charakter und Temperament, das auch mal lautstark wird. F\u00fcr Bella Figura und den Reiz des Imperfekten. F\u00fcr anarchisches lautes Ungest\u00fcm, aber auch f\u00fcr Sonne und Wonne, schn\u00f6rkellose Lebensfreude. Zehn solcher Prachtst\u00fccke bilden den Fuhrpark des Oldtimerreisen-Veranstalters Nostalgic. Dieser wendet sich an all jene, die zwar ein Faible f\u00fcr nostalgische Fahrterlebnisse, aber keinen eigenen Oldtimer in der Garage haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Rendezvous mit Giulia. Trotz der Einf\u00fchrung durch Walter Laimer und Gert Pichler, die Firmengr\u00fcnder, habe ich feuchte H\u00e4nde, Unsicherheit, leichtes Herzklopfen. Komme ich klar mit der Kleinen? Hoffentlich mache ich nichts falsch! Den anderen d\u00fcrfte es \u00e4hnlich gehen. Man wei\u00df ja, dass die Beschaffung von Ersatzteilen f\u00fcr solch bejahrte Fahrzeuge eine Sisyphusarbeit ist. Das sch\u00fcchtert ein wenig ein ...<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, Z\u00fcndschl\u00fcssel umgedreht und los geht\u2019s! Der Wagen kitzelt die Nerven mit fulminantem Br\u00fcllen und macht automatik- und servoverw\u00f6hnten Zeitgenossen in engen Kurven und an Steigungen jede Menge Arbeit. Das Getriebe verlangt beim Runterschalten ein flinkes Fu\u00dfspiel. Kupplung treten, Gang in den Leerlauf, Kupplungspedal loslassen und Vollgas geben, Kupplung treten und Gang einlegen. Diese anfangs diffizile koordinative Herausforderung nennt sich Zwischengas und ist bitter n\u00f6tig, sonst meldet sich das nicht synchronisierte Getriebe mit schmerzendem Knirschen und Krachen. Das Dreispeichenlenkrad ist viel gr\u00f6\u00dfer als das moderner Wagen, au\u00dferdem d\u00fcnner und wird noch f\u00fcr Kraftanstrengungen gebraucht. Weil man damit das Gef\u00e4hrt unter Bizepseinsatz \u00fcber kurvige Landstra\u00dfen und enge Serpentinen der Toskana kurbeln muss. Im Zusammenspiel mit einer eigenwilligen Sitzposition und schwerg\u00e4ngigen Pedalen macht der Begriff Sportwagen bei den Alfa-Oldies aus Sicht der Generation Golf wirklich Sinn ...<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das satt knatternde R\u00f6hren, das der durch enge Rohre gepresste hei\u00dfe Atem von Giulia \u00fcber sanfte H\u00e4nge und durch enge Dorfstra\u00dfen jagt, ist Musik in den Ohren. Genuss versprechend wie das Floppen beim Entkorken einer Flasche Brunello di Montalcino. Oder gem\u00fctbes\u00e4nftigend wie das kaffeeselige Stimmenrauschen auf einer Piazza. Dieser Sound brachte in den 50ern und 60ern das Blut betuchter Gigolos - der Flitzer kostete 1963 mit 13.950 Mark immerhin nur einen Tausender weniger als der g\u00fcnstigste Porsche - mehr in Wallung als die spitzkegeligen Busen von Sophia Loren oder die blonde Anita Ekberg. Und mit Sicherheit war Giulia, f\u00fcr deren flotte Formen ein gewisser Gian Bartista Farina verantwortlich zeichnete, mit schuld daran, dass die eine oder andere Nordeurop\u00e4erin, die zu Hause \u00fcblicherweise nur von Trevira-Hemden tragenden Opel-Kapit\u00e4n-Hahern umgarnt wurde, bei manchem Signore schneller weich wurde als Parmesan auf hei\u00dfer Pasta.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Karosseriekreation von \u201ePinin\u201c Farina wurde der \u00d6ffentlichkeit 1955 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Damals trug das Kind einen 1,3-Liter-Motor und h\u00f6rte auf den Namen Giulietta. Die Italiener mussten 18 Monate auf die Auslieferung warten, da zun\u00e4chst die hohe Nachfrage in den USA befriedigt werden wollte. In sieben Jahren wurden weltweit mehr als 17.000 Giuliettas verkauft. Dann kam Giulia, die mit F\u00fcnfganggetriebe und gr\u00f6\u00dferem Motor die Kritiker begeisterte. Zitat aus dem Zentralorgan f\u00fcr freie Fahrt \u201eAuto, Motor und Sport\u201c von 1963: \u201eMan kann die Maschine bis 8.000 U\/min ausdrehen und ebenso gut mit 50 km\/h im f\u00fcnften Gang dahinrollen. Selten findet man so viel Elastizit\u00e4t und Drehfreudigkeit in einem Motor vereint.\u201c Der Autor notiert, dass Giulia den Porsche \u201ein der Leistung \u00fcbertrifft\u201c und \u201eman die Motorleistung in jeder Situation optimal ausnutzen kann. Dass dazu viel Schaltarbeit erforderlich ist, versteht sich von selbst: In der Stadt und auf winkligen Landstra\u00dfen liegt die rechte Hand st\u00e4ndig am Quirl\u201c.<br \/>\nNun, das mit den winkligen Landstra\u00dfen hat bei uns nicht geklappt ...<br \/>\nAber Laimer und Pichler, passionierte Alfistas, lotsen uns per Roadbook \u00fcber die landschaftlich sch\u00f6nsten und fahrerisch spannendsten Strecken der Toskana.<br \/>\nSo kurven wir am zweiten Tag \u201eoben ohne\u201c \u00fcber die Landstra\u00dfen zwischen Siena, Pienza, San Quirico d\u2019Orcia und abschlie\u00dfend auf einer Panoramaroute durch die Crete Senesi, die mit ihrem kargen, sonnentrockenen Graubraun von eigenartiger spr\u00f6der Sch\u00f6nheit sind. Die Routenf\u00fchrung f\u00fcr unsere Familie aus kurvenfreudigen Giulias und Giuliettas sowie zwei Touring Spider 2600 vermittelt neben dem Landschafts- und Fahrvergn\u00fcgen auch einige kulturelle H\u00f6hepunkte und kulinarische Freuden. Ein Abstecher f\u00fchrt uns durch das Toskana-Klischee. Linker Hand, auf einem H\u00fcgel hinter hohen Mauern, das St\u00e4dtchen Monticchiello, garniert von einem windschiefen Turm.<br \/>\nRechts davon schl\u00e4ngelt sich eine Stra\u00dfe in vielen Kurven einen sanften Hang hinauf, formvollendet ges\u00e4umt von schlanken Zypressen. So sch\u00f6n und perfekt, dass sich niemand wundert, als ein Filmteam auftaucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man dreht den Werbespot f\u00fcr ein neues Cabrio von DaimlerChrysler und bedeutet uns, das Feld zu r\u00e4umen: \u201eMir h\u00e4nd die Stra\u00df\u2019 g\u2019mietet, die g\u2019h\u00f6rt uns!\u201c Macht nichts! Rein in unsere Giulia, die am 17. Juli 1962 zugelassen wurde, hinter das sch\u00f6ne Holzlenkrad geklemmt und rauf nach Monticchiello. Ein ruhiges \u00d6rtchen in sp\u00e4tsommerlicher Gelassenheit, dessen beide Pl\u00e4tze Piazza San Martino und Piazza della Vittoria nur vom Klickern und Glucksen der Stare widerhallen. Nicht ganz so ruhig geht es in Quirico d\u2019Orcia zu. Daf\u00fcr erm\u00f6glicht es unserem Alfa einen glanzvollen Auftritt: Die Via Dante Alighieri f\u00fchrt in einem weiten Bogen zur alten Wehrmauer aus dem 12. Jahrhundert. An der Piazza della Liberia findet sich der Besucher in einem ideal typischen Dolce-Vita-Szenario. Hier die Horti Leonini, eine klassische italienische Parkanlage aus dem 16. Jahrhundert. Dort die \u201eBar Centrale\u201c f\u00fcr einen schnellen Caffe. Um die Ecke, in der Via Dante Alighieri, lockt die \u201eOsteria Vineria II Tinaio\u201c mit Exquisitem wie Cinghiale alla Cacciatore (Wildschwein geschmort), Coniglio all\u2019etrusca (Kaninchen) oder Pici-Nudeln. Das alles zu durchaus moderaten Preisen \u00fcbrigens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer eine Mokkakanne, eine Mausefalle oder eine Pastakelle ben\u00f6tigt, sollte noch einen Blick in den bis unter die Decke voll gestopften Haushaltswarenladen Tutto per la Casa werfen.<br \/>\nSo schnuckelig und \u00fcberschaubar die zweisitzige Giulia ist, so frech und gro\u00df-m\u00e4ulig t\u00f6nt sie durch die engen Gassen lies Toskana-St\u00e4dtchens. Beim n\u00f6tigen Zwischengas und bei 1.500 bis 1.800 U\/min ist der Klang am sch\u00f6nsten und l\u00e4sst manchen grauhaarigen Signore den Kopf herumrei\u00dfen. \u201eDiesen Klang kenn\u2019 ich doch\u201c steht ins Gesicht geschrieben, \u00fcber das ein verkl\u00e4rtes Grinsen huscht. Im Garten des Klosters Santa Anna in Campena hat das Team von Nostalgic ein Picknick f\u00fcr die Teilzeit-Alfistas zubereitet. Die R\u00e4ume hinter den wuchtigen Ziegelfassaden des Klosters haben es zu einiger Ber\u00fchmtheit gebracht. Nicht nur wegen der 500 Jahre alten Fresken im Refektorium, dessen Akustik durch ein vielfach gebrochenes Echo ausreichend Grund f\u00fcr das m\u00f6nchische Schweigegebot ist. Toskanisches Scherenschnittspektakel. Anfangs pausb\u00e4ckig mit langen H\u00fcgelreihen und properen Weinbergen, die im weichen Licht des Sp\u00e4tnachmittags changieren. Sp\u00e4ter dann pockennarbig mit einsamen Zypressen, die aus dem lehmig-grauen und zu Riesenschollen aufgeworfenen Boden der Crete Senesi emporragen wie Akupunkturnadeln aus der Haut eines Elefanten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Horizont reckt sich der Campanile von Siena in den Himmel. Eine schlanke Rauchfahne z\u00fcngelt am Himmel und der Dorf-Capo von Asciano am Rotwein. Der jagt uns zwei Gl\u00e4ser sp\u00e4ter mit schwerer Zunge und der geballten Autorit\u00e4t seines Amtes mit Verve aus dem Parkverbot neben der Bar. Auf der R\u00fcckfahrt verlieren wir die Orientierung und kurven so abends durch die Monti del Chianti und jene Orte, die uns sp\u00e4ter auf der Weinkarte des Restaurants \u201eLa Leggenda dei Frati\u201c wieder begegnen sollten. Das Restaurant in einem 1.000 Jahre alten Kloster serviert eine sehr kreativ interpretierte toskanische K\u00fcche. Tunfisch im Speckmantel, Leberterrine mit s\u00fc\u00dfen Feigen, Tagliatelle mit marinierten Kaninchenfilets haben mich begeistert. Ratlos bleiben die Geschmacksknospen beim etwas beliebig geratenen Zweierlei vom Val-D\u2019Arno-H\u00fchnchen. Die Aromen fallen sowohl bei der Brust mit schwarzen Oliven wie bei der mit Kapern und Sardellen verfeinerten Keule recht schmalbr\u00fcstig aus. Ganz im Gegensatz zum Jogurtmousse auf Erdbeeressenz mit Balsamico-Reduktion! Ein sympathischer Begleiter mit feiner Frucht und dezenten Tanninen ist der 2000er Chianti Classico des Weinguts Ormanni in Poggibonsi, der mit 17 Euro in der unteren Preisliga der umfangreichen Weinkarte spielt. Am folgenden Morgen ist Fahrzeugtausch angesagt. Wir bekommen eine elegante Giulia in der fast schon s\u00fcndigen Kombination Schwarz und Rot. Und fast mein Baujahr: 1965. Die Enddrei\u00dfigerin l\u00e4sst zwischen Lenkrad, Schenkeln und dem langen Schalthebel etwas mehr Platz als ihre rote Schwester.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr fr\u00fch rollen wir in Siena ein. Noch ist wenig los auf der Piazza del Campo. Ruhe herrscht auch noch im Dom. Dessen einzigartiger Marmorboden mit 56 Bildfeldern ist nur im September und Oktober vom Schutzboden befreit und frei zu bestaunen. Vor dem Dom recken Guides Schirme und Schilder in die H\u00f6he, um ihre Herden beieinander zu halten. Doch keine 200 Meter vom Geschiebe und Gedr\u00e4nge rund um Campo und Dom spielt das normale italienische Stadtleben - genial banal. Alte M\u00e4nner, schick in Schale und von schweren After-Shave-Wolken umgeben, stehen vor der \u201eBar Indipenza\u201c herum. Samstagmorgen-Tratsch unter quietschbuntem Neonschriftzug. Man scherzt zu einem Bicchiere Rotwein oder einem Campari und l\u00e4dt das Reporterteam kurzerhand zu einem Caff\u00e8 ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach zwei Stunden Siena juckt der Gasfu\u00df. Den Wind um die Nase wehen lassen. Ab durch die Colli del Chianto. Im Arbia-Tal h\u00e4ngen dicke, schwere Trauben an den fassonfrisierten St\u00f6cken. Die Winzer von Lecchi sind bei der Lese. \u00dcber den Bruchsteinh\u00e4usern des Orts h\u00e4ngt das Rattern von Traktoren, w\u00fcstes Tschilpen von Spatzen und f\u00fcr kurze Zeit unser r\u00f6hrendes Blubbern, das auch den Wirt des \u201eRistorante Malborghetto\u201c vor die T\u00fcr treibt. In der K\u00fcche tr\u00e4llert der Koch mit Goaty-B\u00e4rtchen ein \u201eO sole \u201amio\u201c (ist wirklich wahr!), w\u00e4hrend sich \u00fcber uns dunkle Wolken zusammenbauschen. \u201eDas gibt endlich Regen\u201c, prophezeit der Wirt. Woher er das wisse, fragen wir, wohl wissend, dass der Aufbau des Verdecks Geduld und \u00dcbung verlangt. \u201eNa, das Kaffeepulver in der Maschine ist vor Regen klumpiger!\u201c Dann also schnell her mit den gemischten Vorspeisen, einem offenen Wei\u00dfen in einer kleinen Karaffe, einer Portion Pici Strascicati und den k\u00f6stlichen Ricotta-Ravioli mit einer So\u00dfe aus geschmolzenem Pecorino und Birnen. Auf die Secondi Piatti verzichten wir. Ein kluger Entschluss, denn die aufgetischten Portionen sind kaum zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachmittags ein zweiter Abstecher in die Crete Senesi. \u00dcber fast unwirklich nackten grauen H\u00e4ngen, deren reduzierte Kargheit allein durch zypressenges\u00e4umte Zufahrten zu Weing\u00fctern unterbrochen wird, h\u00e4ngt ein tiefdunkler Himmel. Immer wieder zw\u00e4ngt sich die Sonne durch und sorgt mit Scheinwerfereffekten f\u00fcr dramatische Akzente, die mehr ber\u00fchren als die perfekten lieblichen Toskana-Szenerien vom Vortag. Ziellos und unbeschwert - l\u00e4ngst ist das mit dem Zwischengas in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen - flitzen wir durch die Kurven. Dolce Vita ohne Velocit\u00e0.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Tag beginnt mit einem Blackout. Halb Italien ist ohne Strom. Eine Katastrophe: kein Caff\u00e8 mit Crema aus der Gaggia. Keine Formel Eins, wo doch Gastarbeiter Schuhmacher in India-napolis Ferrari wiederholt zu Ruhm und Ehre verhelfen soll. Der Tank unseres silbernen 2600er Spider Baujahr 1963 ist voll, so steht trotz stillgelegter Tankstellen der letzten Etappe nichts im Weg. Muskelarbeit ist gefragt, um den langen Cruiser mit einem Leergewicht von fast 1,3 Tonnen souver\u00e4n durch die kurvige Stra\u00dfe von Castellina nach Poggibonsi zu lenken und in eine von San Gimignanos engen Parkl\u00fccken zu bugsieren. Heiliger Sankt Servo, hilf mir! Unterdessen flie\u00dft wieder etwas Strom durch Italiens Leitungen - und der Stadtrundgang durch San Gimignano kann doch mit einem Cappuccino beginnen. Dass hier noch 13 T\u00fcrme (von einst \u00fcber 70) stehen, verdankt der Ort der Tatsache, dass im 15. Jahrhundert Tributzahlungen an Florenz den Stadts\u00e4ckel geleert hatten. Da blieb kein Geld f\u00fcr eine Modernisierung, wie sie alle anderen Toskana-St\u00e4dte vornahmen, aus denen ebenfalls Dutzende hoher Wehrt\u00fcrme sprossen. Nach der Verbreitung des Schie\u00dfpulvers boten die exponierten Ziele im Kriegsfall keinen Schutz mehr - Abriss! So zahlt sich die medi\u00e4vale Pleite San Gimignanos 500Jahre sp\u00e4ter aus: 2,5 Millionen Besucher schieben sich jedes Jahr durch die Stadt. Sie traben hinter den Reiseleitern her und staunen dar\u00fcber, dass die Findelkinder von der Stadt neben Kost, Logis, Ausbildung und Mitgift auch den heutzutage verbreiteten \u201eFamiliennamen\u201c Innocenti bekamen. Sind baff, dass die Fassaden der Stadt zu Feiertagen h\u00f6lzerne Balkone angesteckt bekamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der B\u00fcrgermeister der Stadt das Verdikt erlie\u00df, dass kein Turm h\u00f6her als der \u201er\u00e4udige Turm\u201c \u00fcber dem Palazzo di Podesta sein d\u00fcrfe, griffen die B\u00fcrger zu einer Finesse. Man baute sich kurzerhand zwei T\u00fcrme, von denen die Spitze des einen so breit war wie die Basis des zweiten. So standen zwei Teile herum, die theoretisch aufeinander gepasst und so den kommunalen Kerkerturm um das Doppelte \u00fcberragt h\u00e4tten. Provokation im Konjunktiv Imperfekt. \u00dcber die wahre Gr\u00f6\u00dfe entscheiden eben nicht nackte Fakten, sondern allein Gef\u00fchle. Und so gesehen ist die Toskana immer noch ein Paradies. Und ein Alfa Romeo aus den 60ern schlicht unschlagbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Text: Peter Pf\u00e4nder <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Foto: Frank Heuer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">07. Juli 2004<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mamma mia! Die Signorina in Rot verspr\u00fcht Erotik. Super Figur. Und erst die Stimme der Kleinen - animativ heiser. Die Art, sich zu bewegen. Ihr Geruch: markant mit einer Nuance \u00d6l. Das Objekt der Begierde: Alfa Romeo Giulia Spider. In den 60ern bekannt und geliebt als \u201eSignorina\u201c. Welch ein Kontrast zu den prall konturierten jungen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":21,"featured_media":221,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[30],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v22.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/romanze-mit-giulia\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mamma mia! Die Signorina in Rot verspr\u00fcht Erotik. Super Figur. Und erst die Stimme der Kleinen - animativ heiser. Die Art, sich zu bewegen. Ihr Geruch: markant mit einer Nuance \u00d6l. Das Objekt der Begierde: Alfa Romeo Giulia Spider. In den 60ern bekannt und geliebt als \u201eSignorina\u201c. Welch ein Kontrast zu den prall konturierten jungen [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/romanze-mit-giulia\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"NOSTALGIC\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2004-07-07T09:08:38+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/uploads\/template\/logo\/abenteuer-reisen-nostalgic-driving-experience-press.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"400\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"100\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Gert\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Gert\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"12 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/\",\"url\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/\",\"name\":\"&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#website\"},\"datePublished\":\"2004-07-07T09:08:38+00:00\",\"dateModified\":\"2004-07-07T09:08:38+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/82b7736ad0ac9e1d48b6edaec16b6b75\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&quot;Romanze mit Giulia&quot;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/\",\"name\":\"NOSTALGIC\",\"description\":\"Oldtimerreisen\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/82b7736ad0ac9e1d48b6edaec16b6b75\",\"name\":\"Gert\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/wphb-cache\/gravatar\/11a\/11a7f4cc2dcebce61e8264e8104ab83ax96.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/wphb-cache\/gravatar\/11a\/11a7f4cc2dcebce61e8264e8104ab83ax96.jpg\",\"caption\":\"Gert\"},\"url\":\"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/author\/gert-pichler\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/romanze-mit-giulia\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC","og_description":"Mamma mia! Die Signorina in Rot verspr\u00fcht Erotik. Super Figur. Und erst die Stimme der Kleinen - animativ heiser. Die Art, sich zu bewegen. Ihr Geruch: markant mit einer Nuance \u00d6l. Das Objekt der Begierde: Alfa Romeo Giulia Spider. In den 60ern bekannt und geliebt als \u201eSignorina\u201c. Welch ein Kontrast zu den prall konturierten jungen [&hellip;]","og_url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/romanze-mit-giulia\/","og_site_name":"NOSTALGIC","article_published_time":"2004-07-07T09:08:38+00:00","og_image":[{"width":400,"height":100,"url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/uploads\/template\/logo\/abenteuer-reisen-nostalgic-driving-experience-press.png","type":"image\/png"}],"author":"Gert","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"Gert","Estimated reading time":"12 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/","url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/","name":"&quot;Romanze mit Giulia&quot; - NOSTALGIC","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#website"},"datePublished":"2004-07-07T09:08:38+00:00","dateModified":"2004-07-07T09:08:38+00:00","author":{"@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/82b7736ad0ac9e1d48b6edaec16b6b75"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/romanze-mit-giulia\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&quot;Romanze mit Giulia&quot;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#website","url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/","name":"NOSTALGIC","description":"Oldtimerreisen","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/82b7736ad0ac9e1d48b6edaec16b6b75","name":"Gert","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/wphb-cache\/gravatar\/11a\/11a7f4cc2dcebce61e8264e8104ab83ax96.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.nostalgic.de\/wp-content\/wphb-cache\/gravatar\/11a\/11a7f4cc2dcebce61e8264e8104ab83ax96.jpg","caption":"Gert"},"url":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/author\/gert-pichler\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=219"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nostalgic.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}