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Mythos Alfa Romeo
Alfa Romeo. Schon der Klang dieser Marke weckt Assoziationen mit Italien, mit sportlichen Fahrzeugen, die sich hervorheben. Alfa Romeo steht gleichermaßen für langjährige Technologie-Führerschaft beim Motorenbau, für gelungenes Design und schließlich für die automobil gewordene Italiensehnsucht aller Menschen im Norden. Werbeanzeigen aus den 1950er Jahren belegen die Positionierung der Marke Alfa Romeo. Demnach ist ein Alfa Romeo „ein Automobil, das nicht jedermann hat, sondern ein Wagen, der Lebensart verrät“, außerdem werden Alfa Romeo-Automobile „nur für Menschen gebaut, die sich durch ihr junges Herz, ihren Autoverstand und ihre Begeisterung an der Schönheit des Fahrens auszeichnen“. Ein Alfa Romeo bietet dem Käufer, so die Werbeanzeige, „einen unwahrscheinlich temperamentvollen Motor, der trotzdem erstaunlich robust ist; dazu eine Straßenlage, die ihresgleichen sucht, und obendrein die besten Bremsen der Welt; ein Automobil also, mit dem man einfach gar nicht anders als sicher fahren kann“.
Temperamentvolle Motoren und die besten Bremsen der Welt
Wie auch immer die persönliche Einstellung zu Alfa Romeo aussieht, eines steht fest: wer auf eine Erlebnisreise in die 1950er Jahre aufbricht, auf Traumstraßen Italiens, sollte sich nur an das Steuer eines Alfa Romeo setzen. Dolce Vita und Alfa Romeo gehören zusammen wie Roberto Rossellini und Ingrid Bergman, wie Celentano und „Azzurro“, wie Mode und Italien. Nirgendwo spiegelt sich das italienische Lebensgefühl jener Zeit besser wider als bei Alfa Romeo. Noch heute gibt die Leidenschaft für Italien bei vielen Käufern den Ausschlag beim Erwerb eines Alfa Romeo.
100 Jahre Alfa Romeo: 1910-2010
Der Nimbus der Marke Alfa Romeo und die euphorischen Werbetexte lassen gerne vergessen, dass die Lorbeeren nicht in der Wiege lagen. Es war ein Franzose, Alexandre Darracq, der am Vorabend des Ersten Weltkrieges im Mailänder Stadtteil Portello versucht, zweizylindrige Kleinwagen an die Italiener zu verkaufen. Er geht pleite, sein italienischer Fabrikleiter und ein paar vermögende Finanziers kaufen das Werksgelände und gründen am 24. Juni 1910 die „Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“, kurz A.L.F.A. Der erste Alfa ist ein Vierzylinder namens 24 HP mit 42 PS, der seine Kraft aus 4,1 Litern Hubraum nimmt und die damals beachtlichte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreicht. Bereits ein Jahr später nimmt dieses Modell am ältesten Autorennen der Welt, der von den sizilianischen Magnaten Florio gegründeten „Targa Florio“ teil. Aber auch den jetzigen Eigentümern ist kein großes Glück zuteil, Aktienspekulanten sorgen 1915 dafür, dass eine von Ingenieur Nicola Romeo angeführte Rüstungsfirma in Portello Kriegsgerät produziert. 1919 werden wieder Automobile gebaut in Mailand, jetzt unter dem Namen „Alfa-Romeo“ (anfangs mit Bindestrich).
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